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Peter Ludäscher
Wie ich zur irischen Musik kam? Das Fernsehen ist schuld. Ende der 60er-Jahre sah ich in der "Abendschau" einen kurzen Beitrag, in dem der irische Sänger Johnny McEvoy vorgestellt wurde, der damals mit Gitarre und Mundharmonika durch Deutschland tourte. Die Lieder haben mich glatt umgehauen. Gute Melodien, flott und fröhlich. Von diesem Moment gingen meine Ohren auf, sobald ich "Irland" hörte. Zunächst gab es nur die "Dubliners" und die "Clancy Brothers". Dann hörte ich erstmals irische Musik "live". Zwei bärtige, langhaarige Iren reisten mit einer verrosteten Karre voller Instrumente durch Deutschland: Eddie und Finbar Furey. Als Finbar die Pipes spielte, reckte das Publikum die Hälse, denn ein so merkwürdiges Instrument hatte man in hierzulande noch nie gesehen. Finbar spielte auch 5-Sting-Banjo, klang auch toll und sah nicht so wahnsinnig kompliziert aus wie die Pipes. Sowas musste ich haben! Etwas später entdeckte ich die Mandoline. Bei einem Aufenthalt in London empfahl mir der Verkäufer in einem Folk-Plattenladen die ganz neue LP einer jungen Gruppe namens "Planxty". Das war's! Eine echte Offenbarung! So ging es damals vielen. Also musste eine Mandoline her und später eine Bouzouki. Jahrelang zupfte ich fröhlich auf Saiteninsturmenten herum, bis ich Mitte der 80er-Jahre Mairtin O'Connor irisches Knopf-Akkordeon spielen hörte. Von dem Tag an spukte die Quetsche in meinem Hinterkopf rum. Aber erst 1994 habe ich mich aufgerafft, mir ein Akkordeon zuzulegen. Seitdem spiele ich jeden Tag, und es ist mein Lieblingsinstrument geworden.
Es gibt in Irland zwei Akkordeon-Systeme: Die B/C- und die C#/D-Stimmung. Die irischen diatonischen Ziehharmonikas (Zug und Druck produzieren untrschieldiche Töne) sind im Prinzip chromatisch. Man kann also alle Tonarten spielen, was bei den sonst üblichen diatonischen Stimmungen wie C/F oder C/G nicht möglich ist. Bei den Bässen ist das Instrument mit seinen lediglich acht Knöpfen natürlich beschränkt. Aber in der Band kommt die Begleitung sowieso hauptsächlich von der Gitarre. Ich habe mit B/C angefangen und nach zwei Jahren auf C#/D gewechselt. Die C#/D-Stimmung ist die ältere. Sie kam in den 20er-Jahren auf und erfodert mehr Arbeit mit dem Balg. Dafür ermöglicht B/C ein fließenderes Spiel. Mir gefällt aber C#/D besser. Das System gibt mehr Rhythmus und mehr Drive.
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